Der Brandanschlag von Solingen vor 25 Jahren sorgte weltweit für Entsetzen. Fünf Menschen kamen bei dem rechtsextremen Akt ums Leben. Heute gedenken Angela Merkel, Heiko Maas und der türkische Außenminister Cavusoglu der Opfer im Rahmen zweier Veranstaltungen in Solingen und Düsseldorf.

Unter den Gästen ist auch Mevlüde Genc. Sie verlor bei dem rassistischen Mordanschlag zwei Töchter, zwei Enkelinnen und eine Nichte. In einer bewegenden Rede appellierte die Überlebende gegen das Vergessen und für das friedliche Zusammenleben in Deutschland.

Dieser Schmerz hat sich überhaupt nicht geändert. Ich spüre den Schmerz wie am ersten Tag,

sagte die 75-Jährige im Solinger Rathaus.

An jenem ersten Tag starben Hatice, Gülüstan, Hülya, Gürsün und Saime bei einem rassistischen Brandanschlag auf das Wohnhaus der Gençs in Solingen. Das jüngste Opfer war gerade erste vier Jahre alt. Acht weitere Familienmitglieder wurden zum Teil schwer verletzt.

In der Nacht des 29. Mai 1993 zündeten vier Neonazis das Haus der Familie in Solingen an. Die Täter, zwischen 16 und 23 Jahren, die 1995 wegen fünffachen Mordes verurteilt wurden, sind nach abgesessener Strafe wieder auf freiem Fuß.

Der Brandanschlag ging als einer der verheerendsten ausländerfeindlichen Übergriffe in der Geschichte der Bundesrepublik ein.

Politiker nutzten die Gedenkfeier, um ein mahnendes Zeichen zu setzen und sich für eine tolerante Gesellschaft auszusprechen, in der ausländerfeindliche Gesinnungen keinen Platz haben.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) kritisierte, dass Türken in Deutschland immer noch Anfeindungen ausgesetzt seien.

Es ist beschämend, dass auch heute noch viele, die selbst oder deren Eltern und Großeltern aus der Türkei nach Deutschland gekommen sind, Diskriminierungen im Alltag erfahren,

sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Dienstag.

Türkische Zuwanderer seien in Deutschland nicht nur willkommen, sondern „ein Teil unseres Landes“, so Maas.