Sie heizen den Olympioniken ordentlich ein. Die 229 Cheerleaderinnen aus Nordkorea reisen mit Bussen zu den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang (9.-25. Februar) und damit in den verfeindeten Nachbarstaat. Kim Jong-un (34) lässt seine Cheerleader-Armee los, um die seit einigen Wochen betriebene Annäherung an Südkorea fortzusetzen.

Nordkorea-Diktator als Charmeur?!

Die wohl hübschesten Frauen Nordkoreas sind Teil des Kim-Plans, das ramponierte Ansehen seines Landes im Ausland aufzupolieren. Wie das südkoreanische Vereinigungsministerium in Seoul mitteilte, gehören die Cheerleader zu einer 280 Mitglieder umfassenden Delegation unter der Leitung von Sportminister Kim Il Guk. Mit bordeaux-roten Mänteln bis zu den Knien, hochhackigen Stiefeletten und Mützen aus Pelz geben sich die jungen Frauen bewusst weltoffen, winken den Paparazzi zu und begrüßen die Menschen freundlich – ein völlig neues Bild von Nordkorea!

Novum in der Herrscherfamilie

Neben den Frauen umfasst die 280-köpfige Delegation auch 26 Taekwondo-Sportler, Sportfunktionäre und Journalisten, und die Schwester des Machthabers! Nordkorea habe Südkorea informiert, dass die 30-Jährige Kim Yo-jong als Mitglied einer hohen Delegation nach Südkorea anreisen werde, so das Vereinigungsministerium in Seoul. Auch das wäre ein Novum! Kim Yo-jong ist erste Vizedirektorin der Propagandaabteilung der Arbeiterpartei und damit wäre es das erste Mal, dass ein Mitglied der Herrscherfamilie nach Südkorea reisen würde. Auch das ist Teil der Annäherung beider Staaten. Und sie wirkt. Die Angst vor einer Eskalation des Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm ist vorerst verringert. Ein gutes Zeichen für die Olympischen Spiele!