Diese Debatte erregt traditionell zweimal im Jahr die Gemüter in Europa: Die Zeitumstellung. Am 25. März ist es wieder so weit, die Uhr wird in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag um 2 Uhr eine Stunde vorgestellt und damit offiziell die Sommerzeit eingeläutet. Für alle, die sich seit Oktober an die Normalzeit bzw. “Winterzeit” gewöhnt haben, ist dies eine Umstellung.

Wie sinnvoll oder unsinnig die Zeitumstellung für die Gesellschaft ist, darüber wird immer wieder heftig diskutiert. Doch noch nie sei die Kritik so laut gewesen, wie in diesem Jahr, weiß Dieter Koch zu berichten. Das Mailfach des CDU-Abgeordneten in Brüssel wird in letzter Zeit geradezu überflutet von Forderungen wie “Macht endlich was!”.

“Ich bin jetzt seit über 25 Jahren im Europaparlament, aber solch einen Ansturm von Bürgeranfragen habe ich noch nicht erlebt”, so Koch. Der Vizevorsitzende des zuständigen Ausschusses nimmt die Sorgen der Bürger ernst.

“Betroffen sind oft kranke Menschen, solche mit psychischen Problemen. Und dann natürlich diejenigen, die im technischen Bereich arbeiten”, sagte der 65-Jährige gebürtige Weimarer. Menschen, die etwa Flugzeiten umstellen, Flugzeuge umleiten müssten, bei der Bahn arbeiteten und überall dort, wo es technische Probleme gebe. “Von den Landwirten mit ihren Tieren oder Eltern mit ihren Kindern mal ganz zu schweigen”, sagt der 65-Jährige.

Studien zufolge erhöhe sich unmittelbar nach der Zeitumstellung die Zahl der Verkehrsunfälle, weil die Menschen nach einer Stunde Schlafentzug (Sommerzeit) am Morgen noch nicht wieder so fit sind wie am Vortag. Weitere Argumente gegen die Zeitumstellung stellte das Europaparlament in einer umfassenden Arbeitsbericht zusammen.

Am Donnerstag sollen die Abgeordneten Brüssel darüber abstimmen, ob die Unterscheidung zwischen Normalzeit und Sommerzeit noch tragbar ist. Doch innerhalb der Fraktionen sind die Meinungen gespalten.