Auch wenn Donald Trump während seines Wahlkampfes noch behauptete, er würde keine weitere Truppen nach Afghanistan schicken, sie gar abziehen, rudert er nun zurück. Sein Ziel: Terroristen töten. Nicht mehr und nicht weniger. Eine Kampfansage, auf die nun auch die Taliban reagierten.

Trumps Afghanistan-Strategie

All zu viele Details hat Trump zu seinem geplanten Engagement in Afghanistan nicht verraten, seine Wortwahl war jedoch mehr als deutlich, als er seine Strategie auf der Militärbasis in Fort Myer in einer landesweit übertragenen Ansprache vorstellte:

Diese Mörder müssen wissen, dass sie sich nirgendwo verstecken können, dass kein Platz außerhalb der Reichweite amerikanischer Macht und amerikanischer Waffen liegt. Wir werden nicht wieder Staatsaufbau betreiben – wir werden Terroristen töten. Vergeltung wird schnell sein und machtvoll. Unsere Feinde angreifen, den IS auslöschen, Al-Kaida zerquetschen, die Taliban davon abhalten, Afghanistan zu übernehmen und Terror-Anschläge gegen Amerika verhindern, bevor sie geschehen.

Eines machte der US-Präsident dabei auch klar: Einen genauen Zeitplan gibt es nicht, ein Ende der Kämpfe nicht angepeilt. Frei nach dem Motto “Es dauert so lange wie es dauert!” Mit 16 Jahren ist der Einsatz in Afghanistan inzwischen der längste Krieg der USA. Aber Trump führt fort:

Die Umstände – nicht willkürliche Zeitpläne – werden unsere Strategie in Zukunft leiten. Amerikas Feinde dürfen nicht glauben, dass sie unsere Pläne kennen oder einfach abwarten können, bis wir gehen.

Die Reaktion der Taliban

Natürlich reagierten auch die von Trump angesprochenen Taliban umgehend und kündigten einen “Heiligen Krieg bis zum letzten Atemzug” an. Taliban-Sprecher Sabiullah Muschahid warnte die USA davor, dass Afghanistan wohl ein “weiterer Friedhof für die Supermacht” werden würde. Und auch sie kündigten an, den Kampf gegen die US-Armee fortzusetzen. Immerhin kontrollieren sie inzwischen wieder 11 Prozent des Landes und befinden sich in 30 Prozent von ihm im Kampf. Friedensverhandlungen stehen für die Taliban nicht zur Diskussion.