Zehn Tote und zahlreiche Verletzte, das ist die traurige Bilanz einer Amokfahrt im kanadischen Toronto am Montagnachmittag. Ein 25-Jähriger war mit einem Lieferwagen einen Kilometer weit über einen Fußgängerweg gerast.

Er mähte einen Menschen nach dem anderen um. Eine Frau in einer Bushaltestelle, einen nach dem anderen,

schilderte ein Zeuge die schrecklichen Szenen in der Metropole.

Eine Person wurde von dem Lieferwagen mitgeschleift. Hier ist überall Blut,

sagte ein weiterer.

Wie aus dem Nichts soll der Wagen auf dem Gehweg aufgetaucht sein und ungebremst Fußgänger überrollt haben.

Nach seiner Horror-Fahrt wurde der Fahrer  festgenommen. Die Polizei geht von einer vorsätzlichen Tat aus.

Täter wollte getötet werden

Hinter dieser Todesfahrt steckt ein 25-jähriger Student des Seneca College.

Schwarzgekleidet stieg er aus dem Fahrzeug und richtete einen Gegenstand auf einen Polizisten. Der schrie:

Runter legen Sie sich hin. Runter auf den Boden!

Doch junge Mann forderte ihn heraus:

Töte mich. Kill me. Schieß mir in den Kopf.

Schließlich gelang es der Polizei, den Mann festzunehmen.

Während des G7-Treffens: Polizei war in erhöhter Alarmbereitschaft

Der Bürgermeister der Millionenstadt rang vor der Presse um Fassung. Toronto sei eine Stadt die für multikulturelles Leben und Vielfalt stehe. Seine Bürger müssen jetzt zusammenstehen, so der Bürgermeister John Tory:

Das sind Dinge, mit denen wir nicht rechnen, nirgendwo. Aber ganz besonders nicht hier in Toronto.

Die bittet nun um Geduld, die Hintergründe dieser Tat aufzuklären. Die Ermittlungen vor Ort werden laut Behörden Tage in Anspruch nehmen.

Ich bitte jetzt alle Bürger, betet für die Opfer und helft der Polizei, diese Angelegenheit erfolgreich zu Ende zu bringen,

sagte der stellvertretende Polizeichef.

Kanadas Premier Justin Trudeau sprach den Angehörigen und Opfern sein Mitgefühl aus.

Nur 18 Kilometer vom Anschlagsort entfernt endete gerade das G-7-Treffen der Außenminister, an dem auch Heiko Maas teilgenommen hatte. Er äußerte sich wenig später betroffen über die Ereignisse.