Die Deutschen trinken weniger Bier – vor einigen Wochen mussten wir das schon schockiert feststellen. Doch der Boom nach neuen Bier-Erlebnissen nimmt zu, denn die Biertrinker wollen immer öfter das Besondere. Das verändert die Brauer-Landschaft extrem. Der Weg geht weg von den Groß-Brauereien zu den Craft-Beer-Zapfern, bei denen jede so seine eigene Spezialität hat. Der Trend lässt die Zahl der Brauereien weiter steigen, wie der Deutsche Brauer-Bund der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Allein im vergangenen Jahr kamen 82 Betriebe hinzu, so viele wie in den acht Jahren zuvor insgesamt. Damit gibt es nach Angaben des Deutschen Brauer-Bunds nun insgesamt 1492 Braustätten, so viele wie nie seit der Wiedervereinigung. „Der Biermarkt in Deutschland wird trotz einer Konsolidierung immer vielfältiger», sagte der Hauptgeschäftsführer des Brauer-Bunds, Holger Eichele.

Großraum Berlin sticht in Deutschlands Bier-Atlas hervor

Die meisten neuen Braustätten entstanden in den vergangenen Jahren im Raum Berlin/Brandenburg, wie der Branchenverband unter Berufung auf das Statistische Bundesamt mitteilte. Das Bundesland Bayern hat mit insgesamt 642 Brauereien mit Abstand die meisten, 2017 gab es dort 18 Neueröffnungen . Baden-Württemberg als Zweitplatzierter kommt schon nur noch auf 204 – die wenigsten Brauereien hat Mecklenburg Vorpommern: 23. Und der Boom wird nicht abnehmen. Der Brauer-Bund rechnet mit weiteren neuen Betrieben auf den regionalen Biermärkten. Bis Ende März werde die Zahl von 1500 Betrieben überschritten sein. „Die Verbraucher können sich über eine stetig wachsende Biervielfalt freuen, die weltweit ihresgleichen sucht“, sagte Eichele. Deutschland ist Bier-Land und kann durch die unterschiedlichen Spezialitäten fast jede Gaumen bedienen.

Dennoch hatten die deutschen Brauer im Jahr 2017 einen Einbruch der Trinkgewohnheiten zu verzeichnen. Durch die vergleichsweise spärlichen Sommer-Tage wurde weniger Bier verkauft als im Vorjahr. 93,5 Millionen Hektoliter waren es, im Vorjahr schaffte man noch 95,5 Millionen. In 2018 setzen die Brauer nun darauf, dass die Fußball-Weltmeisterschaft den Bierdurst wieder wachsen lässt, egal ob alkoholhaltig oder alkoholfrei.

Das Pils ist immer noch des Deutschen liebstes Bier. Mehr als 50% Marktanteil sprechen da für sich. Weizen und Export liegen jeweils bei 8 Prozent. Starke Zuwächse gibt es bei ungefilterten Keller-, Land- und Zwickelbieren sowie beim Hellen.