In Syrien wurde durch die Opposition eine Giftgas-Anschlag in Ostghuta gemeldet. Verantwortlich dafür sei das Assad-Regime. Demnach hätten zahlreiche Menschen nach einer „enormen Explosion“ über entsprechende Symptome geklagt. 18 Menschen seien verletzt worden – ein Kind starb sogar. Vermutlich handele es sich um Chlorgas, wie ein behandelnder Arzt der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Kleidung und die Haut der Opfer hätten stark nach Chlor gerochen, erklärte er weiter. Außerdem litten die Patienten unter Augen- und Hautreizungen sowie unter Atemnot.

Russland sieht die Rebellen selbst für den Anschlag verantwortlich und auch die Regierung wies die Vorwürfe abermals zurück. Sie versicherte 2013 die Vernichtung aller Chemiewaffen. Dennoch kommt es immer wieder zu Angriffen.

Russland fordert realistischen Entwurf

Noch immer wird das von Rebellen besetzte Gebiet Ost-Ghuta bombardiert. Etwa 400.000 Menschen sind dort eingeschlossen. Die Lage ist dramatisch. Krankenhäuser stehen unter Beschuss, dringend benötigte Nahrungsmittel und Medikamente können nicht in das Krisengebiet gebracht werden. Eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates sollte am Donnerstag endlich eine Einigung über eine mögliche Waffenruhe in Syrien hervorbringen. Doch sie blieb ohne Erfolg. Jetzt wollen sich die EU-Außenminister am Montag erneut zusammensetzen und dabei vor allem eine Lösung für die zivile Bevölkerung finden.

Der UN-Botschafter Russlands wies alle Entwürfe einer möglichen Waffenruhe in Syrien zurück und sprach von einer „Katastrophen-Rhetorik“. Den Entwurf einer UNO-Resolution nannte er „populistisch“ und forderte eine Waffenruhe, die nicht „jenseits der Realität“ liegt.

Zuvor hatten Schweden und Kuwait einen Resolutionsentwurf präsentiert. Dieser beinhaltet einen Waffenruhe über 30 Tage und den Zugang für Helfer. Auch die USA signalisierten ihre Zustimmung. Einzig Russland boykottierte den Vorschlag. Das Land habe zwar Gegenentwürfe vorgelegt, über deren Inhalte ist allerdings nichts bekannt. Da Russland ein ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat ist, kann es mit nur einem Veto jede Resolution stürzen.

Auswärtiges Amt reagiert

Auch das Auswärtige Amt reagierte mit Entsetzen. Ein Sprecher erklärte, es sei „kaum zu verstehen, dass die Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen heute nicht zu einer Einigung gefunden haben.“ Außerdem: „Sie hätte den geschundenen Menschen in Syrien und vor allem hunderttausenden eingeschlossenen Zivilisten in Ost-Ghuta wenigstens eine Atempause von unaufhörlichen Luftangriffen und brutaler Gewalt verschafft.“ Zuletzt würden sie an die Entscheidungsträger in Moskau appellieren, damit der Krieg vorerst ein Ende habe.

Bislang kamen in dem Gebiet etwa 400 Menschen ums Leben.