Berichte von fehlender Ausrüstung wie Panzer, Hubschrauber und U-Boote bei der Bundeswehr sind nichts neues. Doch dass es der Truppe sogar am Nötigsten mangelt, dürfte überraschen. Tatsächlich fehle es dem deutschen Militär an Schutzwesten, Winterbekleidung und Zelten. Das geht aus einem Papier des Heereskommandos hervor, wie die „Rheinische Post“ berichtete.

Abgeordnete des Bundestags äußerten sich erschüttert. Derartige Mängel „können und werden wir nicht akzeptieren“, sagte SPD-Verteidigungsexperte Fritz Felgentreu gegenüber der Zeitung. Schon gar nicht im Hinblick auf wichtige Nato-Missionen wie der 2014 gegründeten schnellen Eingreiftruppe „Speerspitze“, bei der Deutschland Anfang 2019 eine Führungsrolle übernehmen soll.

„Dass selbst die Basisausrüstung wie Schutzwesten und Winterbekleidung fehlt, zeigt, in welchem erbärmlichen Zustand die Bundeswehr inzwischen runtergespart wurde“, empörte sich auch Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP. Um „dieser skandalösen Situation“ entgegenzuwirken, werde die FDP in der nächsten Sitzung des Verteidigungsausschusses einen Unterausschuss beantragen, kündigte die Verteidigungsexpertin an.

Florian Hahn von der CSU verlangte mit Verweis auf den Koalitionsvertrag die Materiallücken schnellstmöglich zu schließen. Er sprach von einem Skandal gegenüber den Soldaten und einem beschämenden Vorgang gegenüber den Bündnispartnern.

Das Verteidigungsministerium ließ bereits vor einer Woche verlauten, dass die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr „generell nicht zufriedenstellend“ sei.