Maria Krautzberger, Chefin des Umweltbundesamtes, fordert nach dem möglichen Fahrverbot von Dieselfahrzeugen zwei neue blaue Plaketten. „Mit dem Urteil jetzt haben wir nur noch die Wahl, wie wir die Fahrverbote umsetzen“, erklärte Krautzberger.

Das Problem was sich nach dem Urteil auftat, war laut ihrer Meinung: „Wie sollen die Städte auch unterscheiden, ob da gerade ein Euro 5 vorbeifährt oder der sauberste Euro-6d-Wagen?“ Deswegen führe kein Weg an einer blauen Plakette als Lösung vorbei. „Allerdings wird eine einzige Plakette nicht reichen. Wir brauchen zwei. Damit hätten die Städte eine Möglichkeit, auf ihre jeweilige lokale Belastung zu reagieren.“ Im Klartext heißt das: Eine hellblaue Plakette für Euro-5-Diesel und bereits zugelassene Euro-6-Diesel, „eine dunkelblaue Plakette bekämen die Diesel mit den neuen Abgasstufen Euro 6d-TEMP oder Euro 6d, die deutlich weniger Stickoxid emittieren“, so Kratzberger.

Hellblaue Plakette reicht in den meisten Kommunen

Den meisten Kommunen des Landes würde eine hellblaue Plakette bereits genügen, um 2020 die Grenzwerte nicht zu überschreiten. Laut Bundesumweltamtchefin würde eine spätere Einführung der dunkelblaue Plakette ausreichen. Insbesondere sollen diese in hochbelasteten Städten wie München zum Einsatz kommen. „Da dürften neben neueren Benzinern nur noch modernste Diesel fahren.“

66 Städte betroffen

In solchen Städten wie Mainz, die die Grenzwerte nur leicht überschreiten, reicht nach Krautzbergers Empfinden eine hellblaue Plakette vollkommen aus. „Hier könnten also mehr Autofahrer ihren Diesel weiterfahren, wenn er nachgerüstet wurde. Übrigens auch mehr, als die Leipziger Richter vorschlugen: Die sprachen von einem Verkehrsverbot für alle Euro-5-Autos.“

Insgesamt sind aktuell 66 deutsche Städte von den Grenzüberschreitungen betroffen. Kratzberger räumt aber gleichwohl ein: „Wer da nicht hinfährt, braucht auch keine Plakette. Zudem gelten Umweltzonen meist nicht für das gesamte Stadtgebiet.“