Wieder ist eine amerikanische Schule zur Zielscheibe eines abscheulichen Blutbads geworden. An der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland/Florida starben am gestrigen Mittwoch 17 Menschen im Kugelhagel eines ehemaligen Schülers. Der 19-Jährige wurde gefasst.

Falscher Feueralarm

Der 14. Februar steht in den USA wie nirgends auf der Welt im Zeichen des liebevollen Miteinanders – Valentinstag. Nicht so für Nikolas Cruz. Der suspendierte 19-Jährige hat für diesen besonderen Tag einen perfiden Plan. Mit einer halbautomatischen Waffe und Unmengen Munition betritt er das Gebäude, dem er sich eigentlich nicht mehr nähern darf. Geschützt unter einer Gasmaske zündete er Rauchbomben und löste somit den Feueralarm aus. Mit nur einem Ziel: möglichst viele Schüler und Lehrer in den Fluren in die Schusslinie bekommen. Für 17 Menschen eine tödliche Falle, für mindestens 20 teils schwer Verletzte ein schmerzhaftes Martyrium. Für den Rest der 3000 Schüler und 129 Lehrer ein Horror-Szenario, was sie ihr Leben lang nicht vergessen werden.

Als die ersten Schüsse durch die Schule dröhnten, verbarrikadierten sich viele Schüler unter Schulbänken und versteckten sich in Spinden oder Abstellräumen, schickten verzweifelte Nachrichten an ihre Angehörigen.

Täter war als Waffennarr bekannt

Dass ein junger Mann wie Nikolas Cruz zu einer solchen Tat fähig ist, schockiert die USA und wundert seine ehemaligen Mitschüler und Lehrer dennoch nicht. Wegen diverser Verstöße ist er von der Schule geflogen. Schüler hatten Angst vor dem 19-Jährigen, mieden ihn. Er galt als unberechenbar. Ein Einzelgänger mit Vorliebe für Schusswaffen und Messer, die er stolz in sozialen Netzwerken präsentierte. So beschrieb Senator Bill Nelson den Amokläufer nach Gesprächen mit ehemaligen Mitschülern nach bisherigem Ermittlungsstand.

Ob der Ausschluss von Nikolas Cruz von der High School der Grund für diese Wahnsinnstat gewesen ist, sollen nun die Vernehmungen des 19-Jährigen ergeben. Fest steht jedoch, dass Cruz schon vor seinem Rauswurf den Campus nicht mehr mit Rucksack betreten durfte, wie ein Lehrer am Mittwoch sagte.