Über die Sicherheit in Deutschland wird hitzig debattiert. Viele Menschen fühlen sich in ihrem Alltag nicht mehr so sicher wie früher. Doch die Fakten sprechen eine ganz andere Sprache. Wie aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2017 hervorgeht, sinkt die Zahl der Straftaten in der Bundesrepublik auf den tiefsten Stand seit 1992. Damit ist Deutschland so sicher wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr!

Innenminister Horst Seehofer teilt mit, dass die Zahl der Delikte im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent zurückgegangen ist. Bei rund jedem zwölften Tatverdächtigen handle es sich demnach um einen Flüchtling.

Gefühlte Sicherheit vs. Fakten

Der Flüchtlingszuzug seit 2015 hat in weiten Teilen der Bevölkerung Verunsicherung ausgelöst. Doch die gefühlte Sicherheit in Deutschland steht nach Einschätzung des Vorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamter André Schulz im Widerspruch zur Statistik. Denn faktisch werden in Deutschland seit Jahren stetig weniger Straftaten begangen.

Das ist tatsächlich ein Phänomen, ein Paradoxon,

so Schulz. Bereits seit Jahren sei zu beobachten, dass „das in keinem Verhältnis steht“.

Angesichts der erhobenen Zahlen sei zwar die schwankende Anzeigebereitschaft von Betroffenen zu berücksichtigen, dennoch spreche das Gesamtbild einschließlich weiterer Quellen für einen Trend zu weniger Kriminalität, erklärte der Direktor des Kriminologischen Instituts Niedersachsen, Thomas Bliesener der „Berliner Zeitung“ am Dienstag.

Wir bewegen uns bei den Straftaten auf einem Niveau, das deutlich unter dem liegt, was wir Anfang der Nullerjahre gehabt haben. Deshalb sind wir relativ sicher, dass die PKS nicht nur ein statistisches Artefakt ist, sondern dass die Kriminalität tatsächlich zurückgeht.