Die Grippewelle hat Deutschland nach wie vor fest im Griff. Die Zahl der bestätigten Fälle liegt laut Robert Koch-Institut (RKI) mittlerweile bei 46.4000 Erkrankungen. Die Folgen sind gravierend: Besonders die personellen Engpässe in Kliniken und Arztpraxen sorgen für Alarmbereitschaft.

Ausfälle bei Bus und Bahn

Außerdem beeinträchtigt die anhaltende Erkrankungswelle den Bus- und Bahnverkehrt im Land. So kam es in Nordrhein-Westfalen und in Potsdam zu Ausfällen im öffentlichen Nahverkehr aufgrund erkrankter Fahrer. Der Verkehrsvertrieb Potsdam teilte mit, dass bereits Mitarbeiter aus der Verwaltung und Werkstatt, die über entsprechende Führerscheine verfügen, im Fahrdienst eingesetzt werden.

Längere Wartezeiten in den Ämtern

Doch auch in den Verwaltungen fehlt Personal. Das Amtsgericht Cottbus arbeite nur noch auf Sparflamme, heißt es.

In mehreren Abteilungen ist die Situation mehr als schwierig,

sagt Gerichtssprecher Michael Höhr. Mehrere dutzende Mitarbeiter seien an der Influenza erkrankt. In Greifswald das gleiche Bild: Das Stadtarchiv ist heute wegen Krankheit komplett geschlossen. Wenige Kilometer weiter, in Stralsund, erkrankten 11 Prozent der Stadtverwaltung. Daher könne es zu längeren Wartezeiten in den Ämtern kommen.

Kliniken an der Kapazitätsgrenze

Gleichzeitig bringt die Situation zahlreiche Krankenhäuser bundesweit an ihre Belastungsgrenze. Viele Kliniken nehmen nur noch akute Notfälle auf. In Neumünster am Friedrich-Ebert-Krankenhaus wurden krankheitsbedingt vier von acht OP-Säle geschlossen und die Hälfte aller planbarer Operationen verschoben. Ähnlich angespannt ist die Situation in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Universitätsmedizin kommt an ihre Kapazitätsgrenze,

erklärte der Direktor der Klinik für Innere Medizin in Greifswald, Professor Stefan Felix.

Mehr als 215.500 Menschen erkrankten in dieser Saison nachweislich an der Grippe. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen, weil nicht von jedem Patienten Erregerproben analysiert werden. Dennoch:

Die Meldedaten deuten auf eine der schwersten und langwierigsten Grippewellen seit zehn Jahren hin,

schlussfolgert Lagus-Chef Heiko Will in Rostock.