Gestern wurden die vier überlebenden Terroristen in Madrid dem Untersuchungsrichter vorgeführt und verhört. Der 21-jährige Mohamed Houli Chemlal war der erste, der aussagen musste und verriet erschreckende Details.

Ziel waren wichtige Gebäude Barcelonas

Wäre das Bombenlabor in Alcanar am Mittwoch vor den Anschlägen nicht explodiert, hätten die Terroristen wohl wichtige historische Stätten Barcelonas in die Luft gejagt. Das behauptete zumindest Chemlal laut spanischer Zeitung “El Mundo”. Er bestätigte, nachdem bei Untersuchungen bereits Bilder mehrerer Wahrzeichen Barcelonas gefunden wurden, dass man die Absicht gehabt habe, die Basilika Sagrada Familia mit Bomben zu sprengen. Der Angriff auf der “Las Ramblas” war demnach nur ein Ausweichplan.
Driss Oukabir gestand hingegen, dass er den für den Anschlag in Barcelona benutzten Wagen zwar mietete, aber davon ausging, dass seine Bekannten diesen für einen Umzug benutzen wollten. Das glaubten die Richter ihm nicht und so bleibt er zusammen mit Chemlal vorerst bis zu einer eventuellen Verfahrenseröffnung in Gewahrsam. Vorgeworfen wird ihnen Terrorismus, Mord und Sprengstoffbesitz.

Zwei mutmaßliche Terroristen kommen frei

Mohamed Allaa (rechts) wurde allerdings gestern mit strengen Auflagen auf freien Fuß gesetzt, da ihm bisher keine direkte Mittat vorgeworfen werden kann. Er muss sich allerdings jeden Montag melden und darf das Land nicht verlassen. Auch Sahal el Karib (links) darf in den nächsten 72 Stunden auf seine Freilassung hoffen. Er betreibt ein Café, in dem sich die Terroristen trafen und er war es auch, der für Oukabir ein Ticket von Marokko nach Barcelona gekauft haben soll. Hier fällte der Richter allerdings noch keine Entscheidung.