Die Erde hat ein Plastikmüll-Problem. Unglaubliche 700 Kilogramm Plastik gelangen sekündlich ins Meer. Nicht nur für die Tier- und Pflanzenwelt unter Wasser eine Katastrophe. Doch so kann es nicht weitergehen. Das hat auch die EU-Kommission erkannt und legt heute Pläne vor, die zumindest Einwegplastik-Artikel verbieten könnten. Ist nun bald Schluss mit Strohhalmen, Wegwerf-Besteck und Co.?

„Ein radikaler Anfang“ für die Umwelt

Die Grünen sehen in einer solchen Richtlinie für alle EU-Mitgliedstaaten eine große Chance für die Umwelt. Der Entwurf befasst sich laut EU-Kreisen mit den zehn Plastik-Produkten, die an den Stränden am häufigsten vorkommen.

Es ist mal ein Anfang, es ist ein radikaler Anfang, dafür, dass ja Verbote das Unwort des Jahrhunderts sind,

lobte Robert Habeck, Parteivorsitzender der Grünen, die Initiative der EU gegen Einwegplastik. Dieses Verbot allein reiche jedoch nicht aus. Wenn man sich die Situation in den Weltmeeren und in der Umwelt anschaue, habe man gravierende Probleme vor allem mit Verpackungsmüll, so Habeck.

Die Menschheit habe nicht darauf gewartet, „dass wir unseren Kaffee in unserem Coffee-to-go-Becher mit Plastikstäbchen umrühren, die wir dann wegwerfen, deswegen finde ich das sehr gut und sehr konsequent, dass die EU so vorgeht und ich hoffe, die Bundesregierung fällt ihr mal ausnahmsweise nicht in den Arm“,

sagte der amtierende Umweltminister Schleswig-Holsteins.

Umweltsäuberung und Info-Kampagnen geplant

Die Plastik-Richtlinie nimmt insbesondere die Hersteller von Wegwerfartikeln in die Mangel. Sie sollen sich nicht nur an den Kosten für Umweltsäuberung, sondern auch an Informationskampagnen beteiligen.

Bis 2025 sollen alle EU-Staaten mindestens 90 Prozent der Plastik-Getränkeflaschen zur Verwertung sammeln.

Zusätzlich sollen EU-Länder zukünftig Abgaben auf nicht wiederverwertete Plastikabfälle leisten, kündigte Haushaltskommissar Günther Oettinger am Wochenende an.

Allerdings kommt mit dem Anti-Plastik-Verstoß auch eine kleine Ernüchterung: Ein generelles Plastikverbot sei nämlich nicht wahrscheinlich.

Generelles Plastikverbot nicht zu erwarten

Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze unterstrich die Notwendigkeit des Umdenkens in der Plastik-Debatte:

Es geht so nicht weiter, wir müssen Plastik zurückdrängen,

sagte die SPD-Politikerin im ARD-Morgenmagazin und riet dazu, bei den Plastikherstellern anzusetzen:

Unser Verpackungsgesetz sagt, da wird nach ökologischem Fußabdruck bepreist. Das finde ich den richtigen Weg.

Andererseits sprach sich Schulze gegen ein allgemeines Plastik-Verbot aus. In der Medizin und in der Windkraft beispielsweise brauche man:

Kunststoff an sich ist ein sehr wertvoller Stoff,

so Schulze.