Sie hat es wieder geschafft, aber das war knapp! Mit 364 von 399 Stimmen der Großen Koalition wurde Angela Merkel am Mittwochvormittag zur Bundeskanzlerin gewählt. Für eine Kanzlermehrheit musste die CDU-Chefin mindestens 355 von 709 Stimmen für sich sammeln. 315 Abgeornete des Bundestags votierten gegen die 63-Jährige, neun enthielten sich.

Ich wünsche Ihnen, Frau Bundeskanzlerin, von Herzen Kraft und Erfolg und Gottes Segen bei der Bewältigung Ihrer großen Aufgabe,

beglückwünschte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble die viermalige Bundeskanzlerin.

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer zieht ein zuversichtliches Fazit aus der heutigen Wahl der Kanzlerin:

Klare Wahl, reibungsloser Start. Jetzt mit aller Kraft für Deutschland

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergab Angela Merkel und ihrem Kabinett die Ernennungsurkunden im Schloss Bellevue.

Willkommen, Bundesregierung, das wurde aber auch Zeit!,

sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier anlässlich der Ernennung der neuen Minister. Und dieser gab er auch eine Ermahnung mit auf den Weg:

Um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, wird ein schlichter Neuaufguss des Alten nicht genügen. Diese Regierung muss sich neu und anders bewähren.

Die anschließende Vereidigung fand um 13.30 Uhr im Bundestag statt. Das längste Kapitel der Bundesregierungsbildung fand damit ein feierliches Ende.

Doch nicht alle Abgeordneten teilen den Aufwind um Merkels Wiederwahl und das neue Bündnis zwischen Union und SPD.

Schlechtes Vorzeichen?

Der konservative CDU-Politiker und WerteUnion-Chef Alexander Mitsch beurteilt das Wahlergebnis bedenklicher:

35 Abgeordnete der Koalition stimmen nicht für Merkel, sie bekommt nur 9 Stimmen mehr als benötigt. Das war knapp und ist ein schlechtes Omen. Diese Koalition hat, nicht nur wegen des unglücklichen Koalitionsvertrags, einen schlechten Start und wird keine dreieinhalb Jahre durchhalten.