Am Montag hatte Angela Merkel die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer als neue CDU-Generalsekretärin vorgeschlagen. Eine Personalie mit Überraschungseffekt, doch die 55-Jährige kommt gut an in der Basis.

Sie wolle die CDU einen und für die „ganz breite Mitte“ als Volkspartei stärken, sagte sie im ZDF-„heute journal“. Politische Rivalen scheut sie hingegen nicht. Im Gegenteil „Attacke kann ich auch“, betonte die Saarländerin in der „Saarbrücker Zeitung“ am Dienstag. „Attacke kann sich aber auch feiner darstellen, als immer nur mit dem Holzhammer draufzuschlagen“, relativierte sie ihre Ansage. Die SPD sei für sie in der möglichen großen Koalition ein Partner. „Wenn es um parteiliche Sichtweisen geht, werde ich mich kritisch mit der SPD auseinandersetzen“, bekräftigte die CDU-Politikerin.

Kramp-Karrenbauer war aktiv an den Koalitionsverhandlungen beteiligt und verteidigte das Vertragswerk im ZDF als klassischen Kompromiss mit CDU-Handschrift.

Lob für Nominierung von Kramp-Karrenbauer in der Basis

Selbst Merkel-Kritiker werten die Nominierung von Kramp-Karrenbauer positiv. So nannte Hessens früherer Ministerpräsident Roland Koch die Personalie in der „Bild“-Zeitung eine „eine gute und kluge Entscheidung für eine Frau mit einem klaren Kompass“. Dem schloss sich auch der frühere CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach an: „Annegret Kramp-Karrenbauer ist in der Partei sehr beliebt und wird ein gutes Ergebnis bekommen.“ Bosbach sieht in der Nominierung der Saarländerin ein Anzeichen dafür, wie Angela Merkel ihre politische Nachfolge steuere. Ex-Verteidigungsminister Volker Rühe hält die Tauber-Nachfolge ebenfalls für eine „gute Entscheidung“.

Auch die Junge Union äußerte sich zufrieden. Kramp-Karrenbauer sei eine „gute Wahl“, sagte JU-Chef Paul Ziemiak der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Es gebe jedoch viel zu tun. „Wir müssen über unser CDU-Profil diskutieren“, forderte Ziemiak.

Der ehemalige sächsische Ministerpräsident und ehemalige CDU-Generalsekretär (1973-1977) Kurt Biedenkopf zeigte sich zuversichtlich: „Sie weiß, wie man erfolgreich Politik macht – und nicht zuletzt ist sie eine Frau mit Charme und Witz, die die Menschen für sich einnehmen kann“, sagte Biedenkopf der „Augsburger Allgemeinen“. Allerdings betrachte er Kramp-Karrenbauer nicht als „verlängerten Arm der Kanzlerin“, sondern als „selbständige Frau“.