Der ECHO-Eklat um Kollegah (33) und Farid Bang (31) reißt nicht ab. Trotz ihrer antisemitischen Parolen sahnte das Rapper-Duo den begehrten Musik-Preis für sein Album „Jung, brutal, gutaussehend 3“ ab. Für Musiker-Kollegen wie Campino unhaltbar. Der 55-Jährige fand in seiner Rede auf der Echo-Bühne deutliche Worte. Zwar sei Provokation ein wichtiges Stilmittel, doch die Lyrics der beiden Rüpel-Rapper hätten eine Grenze überschritten.

Antisemitismus-Beauftragter fordert Bundesverdienstkreuz für Campino

Für den Bundesbeauftragten für Antisemitismus, Felix Klein, waren Campinos mahnende Worte nicht nur leere Phrasen. Im Gegenteil, Klein ist der Meinung, dass die Worte des Tote-Hosen-Frontmannes angemessen gewürdigt werden sollten. Keine geringere Wertschätzung als das Bundesverdienstkreuz solle Campino für seine Rede zukommen.

Campino sollte für sein Engagement auf der ECHO-Verleihung unbedingt gewürdigt werden, am besten mit dem Bundesverdienstkreuz, weil er vielleicht sogar langfristig unsere Gesellschaft verändert hat,

begründete Klein sein Anliegen gegenüber der Funke Mediengruppe.

Ein Statement seitens der Bundesregierung liegt diesbezüglich noch nicht vor.

Der Fall der beiden Rapper und die darauf folgenden Reaktionen haben gezeigt, dass die grundlegenden Reflexe unserer Gesellschaft funktionieren,

erklärt Klein im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

Die Veranstalter des Musik-Events haben aus dem ECHO-Skandal bereits radikale Konsequenzen. Der Musikpreis wurde in diesem Jahr das letzte Mal verliehen. Die Bertelsmann Music Group ihrerseits hat die Zusammenarbeit mit Kollegah und Farid Bangsich eingestellt.