Am Mittwoch traf sich US-Präsident Donald Trump mit Überlebenden und Angehörigen der Opfer des Amoklaufs an einer Schule in Florida. Während des knapp einstündigen Treffens glänzte der 71-Jährige allerdings nicht durch Mitgefühl, sondern sorgte mit einem schockierenden Vorschlag für Entsetzen.

Waffen mit Waffen bekämpfen

Der Anblick ist kaum zu ertragen. Die anwesenden Schüler, die sich während des Massakers unter Stühle und Bänke retten konnten, flehen zusammen mit Eltern von Opfern Donald Trump an, endlich die Waffengesetze im Land zu verschärfen. „Ich kann hier sein, viele andere meiner Klassenkameraden nicht, das bringt einen einfach um den Verstand“, sagte eine Schülerin unter Tränen. „Ich möchte einfach darum bitten, dass sich nun etwas ändert“, sagte eine Mutter in Richtung des Präsidenten. Donald Trump antwortete: „Wir müssen in dieser entsetzlichen Situation, die sich abspielt, etwas tun.“ Es habe zu viele entsetzliche Zwischenfälle gegeben, erklärte er weiter und spielte damit auf die zahlreichen anderen Amokläufe, die das Land bereits erschütterten. Es würde nun einige Vorschläge geben, die auf seinem Tisch liegen. Beispielsweise könnten Lehrer mit Waffen ausgestattet werden, die sich dann versteckt bei sich tragen, oder man könne Waffen in Safes in Schulen deponieren. Wir werden uns das sehr genau ansehen: „Wenn es einen Lehrer gegeben hätte, der sich mit Feuerwaffen ausgekannt hätte – dies hätte sehr gut dazu führen können, den Angriff sehr schnell zu beenden.“ Damit stößt Donald Trump abermals auf scharfe Kritik. Allerdings muss er handeln. Die Mehrheit der US-Bürger fordert aktuellen Umfragen zufolge eine Verschärfung der Waffengesetze.

Donald Trump sitzt zusammen mit Julie Cordover, Jonathan Blank und seiner Mutter Melissa Blank.

Und auch die Schüler-Proteste gegen die politisch gestützte Waffenlobby halten weiter an. Am Mittwoch demonstrierten Überlebende von Parkland in Floridas Hauptstadt für schärfere Gesetze. Auch in anderen Bundesstaaten fanden Schulstreiks statt. Schülergruppen aus Maryland reisten nach Washington, um Abgeordnete im Kongress mit dem Thema zu konfrontieren. Zudem wurde für den 20. April zu einem nationalen Schulausstand aufgerufen. Sollte die Protestwelle endlich erhöht werden? Von einem Mini-Waffengesetz ist die Rede. Doch was hat es damit auf sich?

„Listening Session“: Trump trifft Überlebende von Schulmassakern

Das jüngste Schulmassaker in den USA vor einer Woche hat 17 Menschen das Leben gekostet. Es war bereits das 18. Mal in diesem Jahr, dass es in einer amerikanischen Schule zu einer Schießerei gekommen ist – diesmal mit dramatischen Folgen. Der 19-jährige Ex-Schüler Nikolas Cruz erschoss am vergangenen Mittwoch mit einer halbautomatischen Waffe 14 Schüler und drei Lehrer. Seither formieren sich Überlebende der Marjorie Stoneman Douglas High School gegen die amerikanische Regierung. Schärfere Waffengesetze sollen die blutigen Fakten im Land endlich ändern. Ein Appell, den auch Donald Trump nicht mit bloßem Trost besänftigen kann.

Verschärfung des Waffenrechts?

Die neu entflammte Debatte um eine Verschärfung des Waffenrechts in den Vereinigten Saaten hat Trump offenbar unter Druck gesetzt. „Wir müssen mehr tun, um unsere Kinder zu schützen“, sagte er am Dienstag. Doch seine Forderung gegenüber dem Justizministerium, so genannte „bump stocks“ zu verbieten, wird als von den US-Medien als unzureichendes Zugeständnis gewertet. Sowohl Cruz als auch der Las Vegas-Schütze nutzten eine derartige Waffenvorrichtung, um ihre halbautomatischen Waffen quasi zu Maschinengewehren umzurüsten. Nach dem Massaker in Las Vegas mit 58 Todesopfern im Oktober 2017 wurde ein Verbot von „bump stocks“ zwar thematisiert, doch ein entsprechender Beschluss steht weiterhin aus.

Das Parlament von Florida erteilte derweil einer Verschärfung des Waffenrechts eine klare Absage. Es ging um ein Gesetz, das ein Verbot bestimmter halbautomatischer Gewehre etwas des Typs AR-15 und großer Magazine eingeleitet hätte. Die Abstimmung endete deutlich mit 36 zu 71. Auf der Tribüne des Parlaments in Tallahassee brachen zuhörende Schüler der überfallenen Schule in Parkland in Tränen aus.