Bei den Parlamentswahlen am Sonntag in Ungarn ist Viktor Orbans rechtsnationale Partei Fidesz mit 48,5 Prozent (vorläufiges Ergebnis) als Sieger hervorgegangen und kann mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit rechnen. Regierungschef Orban wird somit aller Wahrscheinlichkeit nach vier weitere Jahre reagieren. Die rechtsextreme Partei Jobbik erhielt rund 20 Prozent der Wählerstimmen, die linke Liste MSZP-P rund zwölf Prozent und die Grünen (LMP) rund 6,7 Prozent.

Orban feierte das Ergebnis als „historischen Sieg“, der Ungarn die Möglichkeit gebe, „sich zu verteidigen“.

Hohe Wahlbeteiligung

Etwa 70 Prozent der Bevölkerung haben gestern über Ungarns politische Zukunft abgestimmt. Statistisch lag die Wahlbeteiligung deutlich höher als bei den letzten drei Parlamentswahlen.

Die hohe Wahlbeteiligung räumt alle Zweifel aus,

kommentierte Orban seinen Sieg.

Nach Einschätzungen von Experten profitierte der Ministerpräsident einerseits von sympathisierenden Medien. Andererseits kamen ihm offenbar der wirtschaftliche Aufschwung im Land und die gesunkenen Arbeitslosenzahlen zugute.

Oppositionsführer treten zurück

Der Vorsitzende der Jobbik-Partei, Gabor Vona, sagte am Abend, er werde sein Versprechen halten und erklärte anlässlich der Wahlschlappe seinen Rücktritt. Auch Sozialistenchef Gyula Molnar will von seinem Amt zurücktreten:

Wir sehen uns verantwortlich für das, was passiert ist, und akzeptieren die Entscheidung der Wähler,

so Molmar.

Seit 2010 regiert Viktor Orban in Ungarn. Er steht für eine nationalistische und einwanderungsfeindliche Politik. In seinem jüngsten Wahlkampf sprach sich der 54-Jährige gegen Masseneinwanderung und für die nationale Souveränität sowie für ein „christliches Europa“ aus.