Es war ein ganz normaler Tag im Weißen Haus. Donald Trump hatte mit seiner Entscheidung, Strafzölle gegen zu China zu verhängen, den Handelskonflikt in die nächste Runde getrieben und die Aktienmärkte zum Einsturz gebracht. Dann ersetzte er seinen persönlichen Anwalt durch einen Rechtsexperten seines Lieblingssenders „Fox News“ und schoss auf Twitter gegen Joe Biden, indem er ihn als „schwach“ und „verrückt“ beschimpfte. Am Ende verkündete er auf dem Kurznachrichtendienst, dass er den Nationalen Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster gefeuert hat: der sechste Wechsel innerhalb von sechs Wochen. Das Personal-Karussell im Weißen Haus dreht sich weiter.

Abgang nur eine Frage der Zeit

In Washington schien von dieser Nachricht keiner überrascht, denn schon lange galt es als ein offenes Geheimnis, dass sich Trump und McMaster nicht mehr auf einer Wellenlänge befinden. Der Präsident habe die Briefings seines Sicherheitsberaters als zu langatmig und belehrend empfunden, wie die Tagesschau berichtet. Außerdem hätte sich McMaster zusammen mit Rex Tillerson nie gescheut, dem Präsidenten die Stirn zu bieten und ihm zu widersprechen. Dennoch fand Donald Trump zum Abschied ungewöhnlich nette Worte. In seinem Tweet schrieb der 71-Jährige, McMaster habe einen herausragenden Job gemacht und er werde immer sein Freund bleiben. Am 9. April wird John Bolton den Posten als Nationaler Sicherheitsberater antreten. Er ist der frühere UN-Botschafter von George W. Bush.