Was für ein Zeichen! Rund um die Siegessäule, eine der Hauptattraktionen in Berlin, ergießen sich am Dienstag 3.500 Liter gelbe Farbe. Dass hinter der Aktion von Greenpeace kein bloßer Streich steckt, wird aus der Luft deutlich: Aus dem Berliner Wahrzeichen wird ein Sonnensymbol.

Die Message der Aktivisten sollte unübersehbar sein, sowohl für Autofahrer auf der Fahrbahn als auch aus der Vogelperspektive: „Sonne statt Kohle“ lautet die Forderung der Umweltaktivisten. Für alle, die es sich aus der „Aktionskunst“ nicht selbst erschließen konnten, auch noch einmal wörtlich auf einem Banner.

Der verschleppte Kohleausstieg ruiniert Deutschlands Klimabilanz und bremst die Modernisierung unseres Energiesystems hin zu Solar und Windkraft,

untermauerte Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven die Berliner Aktion. Die Kohlekommission gebe den betroffenen Menschen und Investoren nur dann die nötige Planungssicherheit, wenn sie ein Enddatum festlege, mit dem Deutschland seine Klimaziele nachweislich erreichen könne.

Greenpeace muss Reinigungskosten übernehmen

Lkws verteilten die „ökologische, abwaschbare Farbe“ mit Düsen auf der Straße, mehrere Runden waren dafür nötig. Mit Besen und Bürsten wurde nachgeholfen. Für die flächendenkende Verteilung rund um den Großen Stern sorgte der laufende Verkehr.

Inzwischen haben Reinigungsfahrzeuge der BSR die Fahrbahnen weitgehend gesäubert.

Greenpeace darf sich auf eine saftige Rechnung freuen, denn die Reinigung sei äußerst aufwendig gewesen. Auch rechtlich könnte die Farbgeschichte Folgen für die Organisation haben. Die Polizei hat Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet. Mindestens eine Radfahrerin geriet auf dem Sonnengelb ins Schleudern, kam aber mit dem Schrecken davon.

Sowohl Greenpeace als auch Polizei und Verkehrsinformationszentrale wiesen im Umkreis auf die rutschigen Straßenverhältnisse hin.

Die Greenpeace-Aktion ist Teil des Protests gegen die Klimapolitik der Bundesregierung anlässlich des erstmaligen Zusammentretens der Kohlekommission am Dienstag in Berlin. Bis ENde 2018 soll die Kommission klären, wie Deutschland die CO2-Lücke zum Klimaziel für das Jahr 2020 schließen kann und der deutsche Beitrag zum Pariser Klimaabkommen zur Begrenzung der globalen Erwärmung unter 1,5 und 2 Grad Celsius klar formuliert wird. Dazu solle es ein Datum für das Ende der Kohleverstromung in Deutschland geben, fasste die „Berliner Morgenpost“ zusammen.