Noch am Mittwoch sah die Welt rosig aus für Martin Schulz. Die Verhandlungen zur Großen Koalition waren endlich abgeschlossen, die SPD erntete einen Reigen an Spitzen-Ministerien und er selbst sollte zukünftig das Amt des Außenministers bekleiden dürfen.

Nur zwei Tage später hat sich das Blatt offenbar dramatisch gewendet. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf SPD-Kreise zunächst meldete, sei die Forderung aus den eigenen Reihen laut geworden sein, Schulz solle auf das Außenamt verzichten.

Vertrauen in der SPD-Spitze ist versiegt

In einer schriftlichen Erklärung bestätigte Martin Schulz inzwischen seinen Rückzieher. Darin heißt es, er sehe durch die parteiinterne Diskussion um seine Person ein erfolgreiches Votum beim SPD-Mitgliederentscheid über Schwarz-Rot gefährdet.

„Daher erkläre ich hiermit meinen Verzicht auf den Eintritt in die Bundesregierung und hoffe gleichzeitig inständig, dass damit die Personaldebatten innerhalb der SPD beendet sind.“

Schulz ist mit dieser Entscheidung binnen zwei Tagen gleich zwei Ministerposten los geworden. Auch der SPD-Parteivorsitz ist Vergangenheit. Fraktionschefin Andrea Nahles soll die Genossen fortan führen.