Über dieses Fashion-Statement spricht die ganze Welt. Die sonst so elegante First Lady Melania Trump trug gestern auf ihrem Weg nach Texas eine grüne Army-Jacke der Billigmodekette Zara mit der fragwürdigen Aufschrift: I really don’t care, do you? (dt.:“Es ist mir wirklich egal. Dir nicht?“). Die Empörung ist groß, denn der Anlass für dieses Outfit war kein Privatvergnügen, sondern ein von der Presse begleiteter Besuch der Präsidenten-Gattin einer Regierungseinrichtung für Einwandererkinder, die von ihren Eltern getrennt wurden.

Während ihre Pressesprecherin, Stephanie Grisham, beschwichtigte, es sei nur eine Jacke und es gebe keine verdeckte Botschaft und US-Präsident Trump seine eigene Interpretation twitterte, der zufolge Melania ihre Einstellung gegenüber „Fake News“ ausdrückte, hüllt sich die First Lady in Schweigen.

Wem gilt die Botschaft?

Nicht zum ersten Mal setzte Melania Trump im Schatten ihres Mannes politische Akzente. Sie soll es auch gewesen sein, die Donald Trump zum Einlenken bei der derzeit heftig kritisierten Familientrennung bewogen hat.

Bevor die First Lady die Sammelunterkunft für Einwandererkinder in Texas betrat und ihre persönliche Hilfe anbot, entledigte sie sich ihrer Jacke. Purer Zufall?

Melania übte Druck aus

Am Ende war der Druck zu groß. US-Präsident Donald Trump hat eine vermeintliche Kehrtwende vollzogen und per Dekret das umstrittene Gesetz zur Familientrennung an der US-Grenze gestoppt. Eltern gehen nun mit ihren Kindern gemeinsam in Abschiebehaft.

Auslöser seien mehrere Gespräche mit seiner Frau Melania gewesen. Sie habe ihn dazu gedrängt, die Praxis zu ändern:

Meiner Frau liegt sehr viel daran. Mir liegt sehr viel daran. Ich denke, dass das jeder Mensch mit Herz verstehen kann.

Die US-Regierung sorgte in den vergangenen Wochen international für großes Entsetzen. US-Einwanderungsbehörden trennten an der Grenze zu Mexiko konsequent Familien illegaler Einwanderer. Bilder von Kindern in Käfigen und Tonaufnahmen verzweifelter Jungen und Mädchen verbreiteten sich wie ein Lauffeuer. Mütter klagten an, man habe ihnen die Kindern weggenommen und gesagt, sie würden sie lediglich zum Duschen bringen. Das rief bei vielen Menschen die schrecklichen Erinnerungen an die NS-Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges hervor.

Was passiert nun mit den Familien?

Das Dekret sieht vor, dass Eltern und Kinder nun gemeinsam in Abschiebehaft gebracht werden. Es werde lediglich davon abgesehen, wenn die Inhaftierung das Kindeswohl gefährden könnte.

Kommen die bereits inhaftierten Kinder zurück zu ihren Eltern?

Ein Regierungssprecher antwortete am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz ausweichend auf die Frage und sagte:

Diese Regierung achtet Familien und Kinder. Aber wir sind auch ein Land mit Gesetzen.

Derzeit befinden sich etwa 2342 Kinder illegaler Einwanderer in den Aufnahmezentren, die in den letzten Wochen von ihren Familien getrennt wurden. Betreuer und Mediziner klagen an, dass etliche Kinder schwer traumatisiert seien, da sie ihren Eltern gewaltsam entrissen wurden. Die Aufnahmezentren sind auf 17 Bundesstaaten verteilt. Einige der Mädchen und Jungen warten sogar im weit entfernten New York auf ihren Verbleib.