Unglaubliche Regenmassen ergossen sich am Dienstag über Teile Deutschlands. Mancherorts ist die Regenmenge eines ganzen Monats niedergegangen. Auch am Morgen danach haben Feuerwehr und Helfer noch schwer zu tun. Und Wetterexperten warnen bereits vor der nächsten Unwetterfront.

Ausnahmezustand in Wuppertal

Besonders heftig getroffen hat es Wuppertal. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) fielen hier bis zu 100 Liter auf den Quadratmeter.

Das war schon extrem und ist in der Regenmenge etwa das, was normalerweise im Laufe eines Monats fällt,

sagte ein Sprecher am Mittwoch.

Rund 550 Feuerwehrleute sind seit gestern in der Stadt im Einsatz.

Wir müssen die Keller leer bekommen,

teilte ein Sprecher der Wuppertaler Feuerwehr mit.

Die Schäden, die das Unwetter in der größten Stadt im Bergischen Land angerichtet hat, sind erheblich. Neben zahlreichen vollgelaufenen Kellern und einem überschwemmten Einkaufszentrum stürzten die Dächer einer Tankstelle und eines Uni-Gebäudes ein. Viele Straßen wurden durch das Unwetter blockiert, Autos beschädigt.

Die Infrastrukturschäden werden ganz erheblich sein,

sagte eine Sprecherin der Stadt. Die Reparatur- und Aufräumarbeiten könnten mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Auch in Gießen war die Lage mitunter dramatisch. Im Gießener Uniklinikum stand die Notaufnahme unter Wasser, sodass zwei Stunden lang keine Notfälle aufgenommen werden konnten. Zudem versperrten etliche umgeknickte Bäume Zufahrtswege. Rund 300 Helfer waren in der Nacht im Einsatz.

Jetzt steht das große Aufräumen an,

sagte eine Sprecherin am Mittwoch.

Der Sachschaden geht in manchen Regionen in die Millionen. So auch im niedersächsischen Bad Gandersheim. Infolge eines schweren Gewitters drohen mehrere Gebäude einzustürzen, die Stromversorgung war zwischenzeitlich unterbrochen.

Bayern blieb vom Unwetter ebenfalls nicht verschont. In der Nacht zum Mittwoch liefen in Unterfranken und in der Oberpfalz Keller voll, Aquaplaning behinderte den Verkehr ebenso wie umgestürzte Bäume. Die A93 war zeitweise überflutet.

Starkregen und Hagel erwartet

In den östlichen Mittelgebirgen und an den Alpen ist der Spuk auch heute noch nicht vorbei. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für  Mittwoch kräftige Gewitter angesagt, die von Starkregen und Hagel begleitet werden können.

Doch auch in vielen weiteren Regionen kann noch keine Entwarnung gegeben werden.

Es ist keine Entspannung in Sicht.

Vom Nordwesten bis in den Osten und Südosten sowie lokal im Südwesten werde es teils wieder kräftige Schauer und Gewitter geben.