Zum vierten Mal wird Wladimir Putin heute als russischer Präsident vereidigt. Zur Zeremonie in Moskau werden 5.000 Gäste erwartet. Doch der feierliche Akt ist getrübt. Während sich Putins Anhänger über weitere sechs Jahre des 65-Jährigen als Kreml-Chef freuen, sitzen seine Widersacher in Polizeigewahrsam. Seit 18 Jahren ist Putin im Amt. Zwar fuhr er bei der Präsidentenwahl im März Rekordergebnis von rund 77 Prozent der Stimmen ein.

Dennoch ist Russland politisch tief gespalten. Landesweite Kundgebungen von Regierungsgegnern wurden am Samstag unter Polizeigewalt beendet. Etwa 1.600 Anhänger des Oppositionellen Alexej Nawalny wurden festgenommen. Am Sonntag wurden Hunderten weiteren Demonstranten mehrtägige Arreststrafen auferlegt. Allein in St. Petersburg wurden 95 Fälle an Gerichte weitergeleitet. Auch Nawalny muss sich am kommenden Freitag vor Gericht verantworten.

Letzte Amtszeit – Große Hürden?

Bis 2024 wird sich Putin heute als Präsident Russlands verpflichten. Mit seiner Vereidigung wird auch die russische Regierung neu gebildet. All zu großen Überraschungen ist jedoch nicht zu rechnen. So wird Putin voraussichtlich Dmitri Medwedew erneut als Ministerpräsidenten vorschlagen. Die Staatsduma hat bereits für Dienstag eine Sondersitzung einberufen, um möglicherweise über Medwedew abzustimmen.

Die kommenden sechs Jahre werden für Putin die schwersten sein,

meint der Politologe Dmitrij Oreschkin. Russlands Wirtschaft schwächelt. Die russische Außenpolitik bedarf neuer Erfolge.

Er wird bemüht sein, dem Westen einen Hieb zu versetzen. Für politische Abenteuer gibt es aber keine Möglichkeiten,

so Oreschkin.

Auch hinter Wladimir Putins persönlicher Zukunft steht ein großes Fragezeichen. Denn eins ist klar: 2024 muss der ewige Präsident laut Verfassung abtreten.