Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die jüngsten Angriffe auf die Rebellenhochburg Ost-Ghuta scharf kritisiert. Bei den Bombardements der nordsyrischen Enklave nahe Damaskus handle es sich nicht um einen Kampf gegen Terroristen, sondern um einen Angriff gegen die eigene Bevölkerung, sagte Merkel in einer Regierungserklärung im Bundestag. Die Tötung von Kindern, die Zerstörung von Krankenhäusern, all das sei ein Massaker, das es zu verurteilen gelte. Merkel forderte die europäischen Partner auf, größeres Engagement im Syrien-Konflikt zu zeigen.

In dem nordsyrischen Rebellengebiet sind Schätzungen zufolge 400.000 Zivilisten eingekesselt. Allein in den letzten Tagen kamen bei massiven Bombardements durch Assads Truppen mehr als 320 Menschen ums Leben, mehr als 1700 wurden verletzt. Es handelt sich um eine der schlimmsten Angriffswellen des fast siebenjährigen Bürgerkriegs in Syrien. Helfer berichten von einer dramatischen humanitären Lage.

„Dutzende Granaten fallen jede Minute herunter“, sagte der Aktivist Masen al-Schami. Helfer könnten Verletzte aufgrund der andauernden Angriffe nicht erreichen.

UNO-Sicherheitsrat soll über Resolution abstimmen

Die Eskalation sorgte weltweit für große Besorgnis. Heute kommt der UN-Sicherheitsrat in New York zusammen, um über die dramatische Lage in Ost-Ghuta zu sprechen.

„Das ist notwendig angesichts der Sorgen, die wir heute gehört haben“, hatte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensj die Sondersitzung initiiert.

Ost-Ghuta gehört zu den letzten Gebieten des Bürgerkriegslandes, die noch unter der Kontrolle von Rebellen stehen. Dominiert wird die Region von islamistischen Milizen.