Wann immer man meint, sich an Donald Trumps vulgäre Entgleisungen gewöhnt zu haben, setzt der US-Präsident noch einen drauf. Seine neuesten Beleidigungsopfer: Einwanderer aus Haiti und Afrika.

Trumps Verbal-Attacke war so heftig, dass renommierte Medien wie “CBS” und “NBC” von “explosiven Kommentaren des Präsidenten” und “schockierenden Kommentaren im Oval Office” sprachen. NBC-Moderator Lester Holt fühlte sich gar genötigt, eine Warnung auszusprechen, der Aufmacher der Abendnachrichten könne für Kinderohren ungeeignet sein. Und dann platzte es heraus:

Warum lassen wir all diese Leute aus Drecksloch-Ländern hierher kommen?,

fragte Trump republikanische und demokratische Senatoren während einer Debatte über Einwanderer aus Afrika und Haiti im Präsidenten-Büro. Grundlage der verbalen Entgleisung war ein überparteilicher Entwurf, demzufolge Hunderttausende sogenannte “Dreamer” Abschiebungsschutz genießen sollen.

Zwar wollte man sich auf die Halbierung der von Trump angemahnten Einwanderungslotterie einigen. Im Gegenzug sollten von Naturkatastrophen betroffene Migranten aus Mittelamerika aber bleiben dürfen.

Warum brauchen wir mehr Haitianer? Schmeißt sie raus!,

wetterte Trump gegen den vorgelegten Kompromiss beider Parteien. Ausgerechnet kurz vor dem achten Jahrestag des katastrophalen Erdbebens in Haiti. Stattdessen sprach er sich dafür aus, mehr Menschen aus wirtschaftlich interessanten Ländern aufzunehmen. Norweger oder Asiaten beispielsweise könnten die amerikanische Wirtschaft eher antreiben.

Kritik in beiden Lagern: Eines US-Präsidenten unwürdige Äußerungen

CNN-Korrespondent Jim Acosta berichtete von entsetzten Gesichtern unter den teilnehmenden Senatoren. Doch auch über das Oval Office hinaus ernteten Trumps rassistische Ergüsse für heftige Kritik. Trumps Verhalten sei „inakzeptabel für den Anführer unserer Nation“ und “ein Schlag ins Gesicht der Werte unserer Nation”, protestierte die republikanische Kongressabgeordnete mit haitianischen Wurzeln Mia Love.

“Ich hätte nie geglaubt, dass so etwas aus dem Mund des Präsidenten der Vereinigten Staaten kommt. Das ist extrem schädlich”, fügte der demokratische Senator Ben Cardin an.

Cedric Richmond, Sprecher der afroamerikanischen Kongressabgeordneten, twitterte, die Äußerungen Trumps seien ein Beweis dafür, dass die seine Agenda “Mach Amerika wieder großartig” in Wirklichkeit das Ziel habe: “Mach Amerika wieder weiß”.