Abgastests an Affen hatten jüngst für Empörung gesorgt. Was nun bekannt wurde, dürfte die Autolobby aber in einen noch größeren Skandal verstricken. Wie die “Stuttgarter Zeitung” berichtete, haben nicht nur Affen zu Forschungszwecken Abgase eingeatmet. Auch die Reaktion von Menschen sollen einem solchen Abgas-Experiment getestet worden sein.

Autokonzerne finanzierten Abgas-Experiment

Wie nun bekannt wurde, führte die von Autokonzernen beauftragte Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT) nach finanzierten Affentests eine Versuchsreihe mit menschlichen Probanden durch, die dem Reizgas Stickstoffdioxid (NO2) ausgesetzt wurden. An einem Institut des Uniklinikums Aachen sollen 25 junge und gesunde Menschen jeweils über mehrere Stunden NO2 in unterschiedlichen Konzentrationen eingeatmet haben. Anschließend wurde die Testpersonen untersucht, um Aussagen über die Wirkung von Abgasen auf den Menschen treffen zu können.

Ein allgemeingültiges Fazit konnte aus der Studie, die 2017 veröffentlicht wurde, jedoch nicht gezogen werden. Einerseit ließen sich die Befunde nicht auf die gesamte Bevölkerung übertragen, andererseits sei Stickstoffdioxid lediglich ein Bestandteil der gesamten Luftbelastung, gab der zuständige Institutsleiter Thomas Kraus Entwarnung.

Volkswagen entschuldigt sich für ethisch-moralisches Fehlverhalten der Forschung

Nachdem auch in den USA Tierversuche im Rahmen von Abgastests publik wurden, entschuldigte sich Volkswagen für die fragwürdigen Praktiken der Forschung. Der Automobilhersteller distanziere sich klar von allen Formen der Tierquälerei.

Wir entschuldigen uns für das Fehlverhalten und die Fehleinschätzung Einzelner. Wir als Betriebsrat haben da eine klare Meinung: Wenn das so stimmt, dann hat das mit einwandfreiem ethisch-moralischen Verhalten nichts, aber auch gar nichts zu tun,

sagte Bernd Osterloh, Konzernbetriebsratschef von Volkswagen gegenüber WELT.

„Sollten damalige Verantwortliche noch an Bord sein, dann müssen personelle Konsequenzen geprüft werden.“

hieß es in einer Erklärung am Wochenende.

Die EUGT wurde 2007 als unabhängiges Forschungsinstitut von BMW, Daimler, Volkswagen und Bosch gegründet wurde. VW bestätigte die Auflösung des Vereins im vergangenen Jahr.