Der Überschuss fällt zunächst niedriger aus, als vorher angenommen. Dennoch hat der deutsche Staat im Jahre 2017 einen Rekordüberschuss von knapp 36,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mit.

Wirtschaft beflügelt Nachfrage nach Exportgütern

Durch die starke Konjunktur im vergangenen Jahr konnte der Staat einen derart hohen Überschuss erzielen und profitierte dabei vor allem von der niedrigen Arbeitslosigkeit. Außerdem haben Steuern und Sozialbeiträge die Kassen gefüllt. Zuletzt sorgte auch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank für einen Geldsehen. Durch niedrige Zinsen ist günstiger, sich zu verschulden.

Während der Bund einen Überschuss von 1,1 Milliarden Euro verzeichnen konnte (7,4 Milliarden im Jahr davor), sicherten sich die Länder das größte Plus. Sie erwirtschafteten 2017 rund 16,2 Milliarden Euro. Vor allem die Rückzahlung der Kernbrennstoffsteuer ist dafür verantwortlich, aber auch Gemeinden und Sozialversicherungen erwirtschafteten einen Überschuss.

Auch zum Ende des Jahres konnte die Wirtschaft ein stabiles Wachstum verzeichnen. Vor allem durch den Export-Boom stieg das BIP um 0,6 Prozent an. Zum vierten Mal in Folge hatten Exportunternehmen ein wahres Rekordjahr.

Ökonomen warnen

Der Rekordüberschuss birgt allerdings auch Gefahren, wie Ökonomen erklären. Die Große Koalition plant bis 2021 zusätzliche Ausgaben in Höhe von 46 Milliarden Euro. Dennoch lassen sich Großprojekte wie der Abbau des Solidaritätszuschlags und die Einführung eines Baukindergeldes vorab nicht konkret kalkulieren. Dadurch sei ein ausgeglichener Haushalt gefährdet.

SPD-Chef versicherte dem „SPIEGEL“ allerdings, dass eine „schwarze Null“ nicht zu Debatte stünde. Die Ausgaben sollen die Einnahmen in keinem Fall übersteigen.