Diese Geschichte schockt momentan Amerika. In einer kleinen Stadt in Iowa musste ein fünf Monate altes Baby sterben, weil seine leiblichen Eltern es nach der Adoption zurückgefordert hatten und es anschließend umbrachten. Das Pärchen, bei dem der kleine Junge seit seiner Geburt lebte, zog nun ihren ehemaligen Anwalt vor Gericht – gewann. 

Foto: ©Rachel McFarland

Am Dienstag zogen Rachel McFarland und ihre Partnerin Heidi vor Gericht. Sie wollten den Mann verklagen, der ihnen einst ihr größtes Glück gab und es ihnen schließlich wieder nehmen ließ. Die Rede ist vom Anwalt des Paares: Jason Rieper. Er war es, der die Adoption für das Paar vertrat und alle rechtlichen Schritte in die Hand nahm, die es benötigte, um den kleinen Gabriel zu ihrem gemeinsamen Sohn zu machen. Gabriel war ein Wunschkind – zumindest für Rachel und ihre Partnerin. Sie haben immer einen Jungen gewollt, auch wenn eine Adoption nicht an oberster Stelle für sie stand. Als dann aber die 16-jährige Tochter Markeya Atkins von Rachels Kollegin aus dem Altenheim schwanger war, zögerten sie nicht lang und beantragten die Adoption des Jungen. Sie waren sogar bei der Geburt dabei und durchtrennten die Nabelschnur.

Heidi und ich waren super aufgeregt. Wir dachten, es sei Schicksal. Wir waren glücklich.

Gabriel kam am 28. Dezember 2013 auf die Welt und machte Rachel und Heidi von einem Moment auf den anderen zu glücklichen Eltern. Niemand störte sich daran, dass Gabriel bei gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen wird. Auch nicht Markeya. Doch dann der Schock. Jason Rieper kontaktierte die McFarlands und erklärte, dass die 16-jährige leibliche Mutter ihr Kind zurück haben möchte. Für das Paar ging eine Welt unter. Nur zehn Tage später mussten sie ihr geliebtes Baby zurück in die Hände von Markeya Atkins geben.

Wir hatten ihn 78 Tage. Wir haben ihn vom ersten Moment an geliebt. Wir haben seinen kleinen Irokesen auf dem Kopf abgeschnitten. Alles, was wir noch von ihm haben, sind diese kleinen Härchen und ein bisschen wussten wir, dass das alles sein wird, was wir von ihm behalten werden.

Fünf Wochen später erfährt das Paar durch das Fernsehen von dem Tod ihres kleinen Jungen. Heidi schreit. Rachel schreibt eine SMS an ihre Arbeitskollegin und Mutter von Markeya. Sie gesteht: In dem Bericht geht es um den Mord an Gabriel – den der Kindsvater begangen hat. Das kleine Baby musste am 22. April 2014 aufgrund eines Hirntraumas sterben. Der Täter wurde zu 50 Jahren Haft verurteilt. Das Urteil gegen Anwalt Jason Riepers stand allerdings noch aus. Er handelte bei der Abwicklung der Adoption in 2013 grob fahrlässig, denn er machte einen entscheidenden Fehler: Keines der leiblichen Elternteile hat der Freisetzung des Sorgerechts zugestimmt und die entsprechenden Dokumente unterschrieben. Wäre Jason Riepers seinen Pflichten nachgekommen, hätte der Tod von Gabriel also möglicherweise verhindert werden können. Rachel und Heidi würden 3,25 Millionen Euro aus dem Prozess erhalten.

Offensichtlich waren unser Kind und wir nicht oberste Priorität für ihn. Wir sind einfach nur froh, dass er für schuldig befunden wurde. Das war unser einziges Ziel. Wir werden kein Geld bekommen.