Derzeit wird auch die deutsche Filmbranche von einem Missbrauchsskandal erschüttert, der stark an jenen um Hollywood-Mogul Harvey Weinstein erinnert. Regisseur Dieter Wedel soll zahlreiche Frauen während der gemeinsamen Arbeit sexuell belästigt und in einigen Fällen auch vergewaltigt haben. Schauspieler Til Schweiger äußerte sich am Dienstagabend in der Talkshow „Markus Lanz“ zu dem Fall und erhebt ebenfalls schwere Anschuldigungen gegen Wedel.

Opferschutz steht im Vordergrund

Der Regisseur streitet bislang noch alle Vorwürfe gegen ihn ab. Till Schweiger erklärte bei Markus Lanz allerdings: „Es wussten nicht alle in der Branche, dass er vergewaltigt haben soll. Man wusste aber, dass er ein Menschenquäler ist.“ Wedel soll immer wieder seine Machtposition ausgenutzt haben und dabei ging es nicht immer nur um Sex: „Leute, die ihre Macht demonstrieren und ausleben wollen, können nichts weniger leiden, als wenn sich jemand widersetzt. Deswegen wollen sie diesen Menschen brechen, verletzen und erniedrigen.“

Vor allem aber sprach sich Til Schweiger für dafür aus, den Opfern mehr Verständnis entgegenzubringen und ein offenes Ohr für sie zu haben: „Wir müssen sagen: ‚Wir verstehen, warum ihr so lange gelitten habt und so lange nicht den Mut hattet.‘ Und nicht sagen: „20 Jahre hattet ihr die Chance und jetzt haltet die Klappe.“ Für die Dreharbeiten seines neuen Filmes hat er dafür zwei Vertrauenspersonen engagiert, die am Set für die Schauspieler und die Mitglieder der Crew im Falle von sexuellen Übergriffen da sein werden.