Der Aufstieg von Alexander Zverev geht unaufhaltsam weiter: Nach seinem Coup beim Masters in Montréal machte der 20-Jährige in der Weltrangliste einen weiteren Platz gut und ist jetzt Siebter.

Der deutsche Davis-Cup-Spieler Zverev krönte am Sonntag im Finale des Hartplatz-Events in Kanada seine beeindruckende Turnierwoche. Nach einem Freilos in Runde eins, gab es im Runde zwei das vom Ergebnis her knappste Ergebnis. Gegen Richard Gasquet setzte sich Sascha mit 6:3, 4:6, 7:6(3) durch. Danach folgten jeweils glatte Zwei-Satz-Erfolge gegen Angstgegner Nick Kyrgios, Kevin Anderson und 18-jährigen Shootingstar Denis Shapovalov. Im Finale erwarteten alle ein enges Match gegen den Major-Rekordchampion Roger Federer, doch daraus wurde für alle neutralen Tennisfans leider nichts. Mit 6:3, 6:4 bezwang Zverev den Schweizer nach nur 68 Minuten und feierte somit seinen insgesamt fünften Turniersieg im Jahr 2017. Zuvor hatte der gebürtige Hamburger bereits in Montpellier, München, beim Sandplatz-Masters in Rom und in Washington D.C. triumphiert.

Mit dem Rogers Cup in der Hand dankte Zverev seinem Team um Neu-Trainer Juan Carlos Ferrero und richtete das Wort weltmännisch an sein Idol: „Sorry Roger, dass ich gewonnen habe. Ich hoffe, du wirst noch viele Jahre weiterspielen.“ Der achtmalige Wimbledon-Champion gratulierte seinem Kontrahenten trotzdem zu einem „Mega-Turnier“. Gegen seinen fast 16 Jahre älteren Gegner revanchierte sich Zverev nun für die deutliche Niederlage im Finale des Rasenturniers in Halle/Westfalen im Juni. Die aktuelle Nummer sieben der Welt hat nun wieder ein ausgeglichenes Head-to-Head gegen Federer: im vierten Aufeinandertreffen auf der ATP-Tour war es sein zweiter Sieg gegen Federer, bereits 2016 hatte er den 19-maligen Grand-Slam-Sieger im Halbfinale der Gerry Weber Open bezwungen.

Zverev kann sein Ticket für die Tennis-WM wohl bald buchen

Auch im „Race to London“, der Jahreswertung der ATP, machte Zverev einen Rang gut und kletterte auf den dritten Platz. Die besten acht Profis des Jahres 2017 spielen vom 12. bis 19. November in London ihren „Weltmeister“ aus. „Mein Ziel ist es, mich für dieses Turnier zu qualifizieren“, sagte Zverev, der als Nummer 24 der Weltrangliste ins Jahr gestartet war und nun als einer der Topfavoriten für die US Open in New York (28. August bis 10. September) gilt. Sollte sein Lauf weiter so anhalten, kann der 20-Jährige schon am Sonntag sein Ticket für die Tennis-WM lösen. Denn gewinnt er das aktuell gestartete Turnier in Cincinnati, kann er bis zum Jahresende nicht mehr aus den Top8 der Welt rutschen. Gleichzeitig könnte er mit diesem Sieg auch in der aktuellen Weltrangliste zwei Plätze gut machen, an Marin Cilic und Novak Djokovic, die beide verletzungsbedingt fehlen, vorbeiziehen und sich auf Platz fünf wiederfinden. Eine rasante Entwicklung nimmt ihren Lauf. Dass Zverev irgendwann auf den vordersten Plätzen zu finden sein wird, war irgendwie klar, doch die Geschwindigkeit mit der er diese Regionen erreicht, ist sensationell. Der nächstjüngere und am besten platzierte Spieler auf der Tour ist Alexander Bublik (zwei Monate jünger als Sascha Zverev) aus Kasachstan und der steht gerade mal an 101 der Weltrangliste.