Bundestrainer Joachim Löw wird seine Mannschaft nach dem 1:1 gegen Spanien stark umkrempeln. Für den zweiten WM-Härtetest gegen Brasilien wird das Team ein komplett anderes Gesicht bekommen. Mindestens fünf neue Spieler werden von Beginn an ran dürfen. Fest steht, dass Thomas Müller und Mesut Özil nicht dabei sind. Löw gab beiden eine Art Sonderurlaub in der stressigen Phase der Saison. Auch Sami Khedira (Rückenprobleme) bekommt wohl eine Pause. Ebenfalls schon mit Rückenproblemen abgereist, ist Emre Can.

Neu im Kader ist hingegen Sebastian Rudy, der gegen Spanien noch wegen der Geburt seines Kindes fehlte. Startgarantien gegen Brasilien gab der Nationalcoach schon für Marvin Plattenhardt (für Jonas Hector), Ilkay Gündogan (für Sami Khedira) und Leroy Sane (für Julian Draxler). Dazu kommen die Wechsel für Müller und Özil. Für Löw ist der Test gegen Brasilien der letzte Prüfstein vor der Nominierung seines vorläufigen Kaders für die WM in Russland. M 15. Mai wird er sein Aufgebot benennen.

Brasilien will Wiedergutmachung vom WM-Halbfinale 2014

Nach dem Jahrhundertspiel im WM-Halbfinale (7:1 für Deutschland) brennen besonders die Gäste aus Brasilien auf eine Revanche und wollen die Schmach von vor vier Jahren wettmachen. „Brasilien ist ein weiterer Favorit auf den Titel, der uns erwartet. Es wird wieder ein sehr guter Härtetest“, betonte Hummels. Wie vor vier Jahren fehlte Neymar verletzt. „Natürlich macht es einen großen Unterschied, ob Neymar spielen kann. Jeder kennt seine Qualitäten“, sagte Torhüter Marc-André ter Stegen. Das Testspiel ist die 940. Partie in der Geschichte der Fußball-Nationalmannschaft. Die Bilanz: 548 Siege, 191 Remis und 200 Niederlagen, mit einem Torverhältnis von 2115:1101. Für den Bundestrainer ist das das 160. Länderspiel.

Verliert Deutschland dieses Spiel nicht, wird man den Rekord von 23 ungeschlagenen Spielen unter Bundestrainer Jupp Derwall von Oktober 1978 bis Dezember 1980 egalisieren. Die letzte Niederlage gab es am 7. Juli 2016 im EM-Halbfinale beim 0:2 gegen Turniergastgeber Frankreich in Marseille. Doch ausgerechnet jetzt kommt so etwas wie der Angstgegner Deutschlands. Von 22 Spielen gegen Brasilien konnten nur fünf gewonnen werden. Zwölfmal siegten die Südamerikaner.