Beim Spiel Schalke 04 gegen Eintracht Frankfurt hat man den DFB-Pokal von seiner hässlichen Seite gesehen. „Do or Die“-Spiele lassen so manchen Fan emotionaler und extremer mitfiebern, als es im Liga-Alltag möglich ist.

Sportlich war es lange nicht hochklassig. Erst zum Ende der Partie kam Spannung auf. Dabei nicht ganz unbeteiligt, war der Schiedsrichter, der mit einigen fragwürdigen Entscheidungen den Unmut von Spieler und Fans auf sich zog. So waren die Anhänger auch nach dem Spiel kaum zu bremsen. Schon die TV-Bilder haben die unschönen Szenen nach dem Spiel gezeigt. Von der Polizei hieß es, dass gewaltbereite Anhänger beider Vereine beteiligt gewesen seien. Sichtbar waren Schläge und Tritte zwischen den Sitzen und in den Gängen der Blöcke. Teilweise stürzten Männer immer wieder mehrere Sitzreihen nach unten.

80 Festsetzungen und 15 Verletzte

Rund 80 Schalker Problemfans wurden vorübergehend festgesetzt. Gegen die Rädelsführer leitete die Polizei Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs ein. Sieben Polizisten und acht Zuschauer wurden verletzt. Während die Beamten nur leicht verletzt wurden, musste ein Besucher aus Frankfurt mit Schnittverletzungen ins Krankenhaus. Er wurde später am Abend von einer Glasflasche getroffen, die ein bislang Unbekannter aus einem fahrenden Auto geworfen hat. Sowohl vor als auch im Stadion schritt die Polizei nach eigenen Angaben „konsequent“ ein und konnte unter anderem mit dem Einsatz von Pfefferspray die Randale beenden.

Fußball wurde auch gespielt

Eintracht Frankfurt hat nach dem gestrigen Sieg zum zweiten Mal in Folge das DFB-Pokal-Finale erreicht. Die Hessen gewannen ihr Halbfinale bei Schalke 04 trotz Unterzahl in der Schlussphase mit 1:0 und bescherten ihrem Noch-Trainer Niko Kovac ein Endspiel in Berlin gegen dessen künftigen Arbeitgeber Bayern München. Luka Jovic erzielte in der 75. Minute vor 61.891 Zuschauern in der ausverkauften Arena mit der Hacke das entscheidende Tor für die Frankfurter.