Nun ist es endlich offiziell! Arsene Wenger tritt nach 22 Jahren im Amt am Saisonende als Trainer des FC Arsenal zurück. Dabei lief sein Vertrag eigentlich noch bis 2019. „Nach reiflicher Überlegung und anschließenden Gesprächen mit dem Klub habe ich das Gefühl, dass es die richtige Zeit für mich ist, am Ende der Saison zurückzutreten“, sagte Wenger in einer offiziellen Klub-Mitteilung, die den kurzen Titel „Merci Arsene“ trägt. „Ich bin dankbar für das Privileg, dem Klub so viele Jahre lang gedient haben zu dürfen.“ Er habe ihn stets „mit voller Hingabe und Integrität geführt“.

Der 68-Jährige hatte Arsenal 1996 übernommen und den Verein mit innovativen Methoden in den Bereichen Training, Transfers und Ernährung zu einem der umsatzstärksten Klubs der Welt gemacht. 1998, 2002 und 2004 führte er die Gunners zur Meisterschaft, 2006 ins Champions-League-Finale, dazu kommen je sieben FA-Cup- und Supercup-Titel. 20 Jahre hintereinander qualifizierte sich Arsenal unter Wenger für die Champions League.

Arsenal sportlich auf absoluter Schieflage

Die Trainerlegende steht nun schon seit einigen Spielzeiten in der Kritik, weil Titel und kluge Transfers zunehmend ausblieben und die Konkurrenz sportlich nach und nach vorbeizog. In der Vorsaison verpasste Arsenal erstmals in der Ära Wenger einen Platz unter den ersten Vier, in dieser Saison ist sogar Platz sechs, der immerhin zur Teilnahme an der Europa League berechtigt, gefährdet. Doch mit dem Sieg des selbigen in diesem Mai könnte er sein Team trotzdem mit einem Champions League Platz übergeben.

„Das ist einer der schwersten Tage, die wir in all unseren Jahren im Sport je erlebt haben“, sagt Mehrheitseigener Stan Kroenke, dem in den USA noch viele weitere Sportklubs gehören. „Einer der Hauptgründe, warum wir uns bei Arsenal engagiert haben, lag in dem, was Arsene für diesen Klub auf und neben dem Platz getan hat.“ Wengers Beständigkeit werde für immer unerreicht bleiben. „Mit seiner Vision vom Fußball hat er sowohl die Identität des Klubs als auch die des englischen Fußballs verwandelt.“

Emotionaler Abschied mit eindringlicher Bitte

Wengers Botschaft an den Nachfolger und „alle Arsenal-Liebhaber: Hütet die Werte des Vereins“. So steht es am Donnerstag in der Rücktrittserklärung, die seit 22 Jahren kein Arsenal-Trainer mehr verfassen musste. Sie endet mit den Worten: „Meine Liebe und meine Unterstützung für immer.“